Night on Earth

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 39/04 vom 22.09.2004

FILM. In Michael Manns "Collateral" spielt Tom Cruise den etwas anderen Killer. Was bleibt, ist L.A.

Worüber sollen ein Taxifahrer und ein Profikiller schon miteinander reden wenn nicht übers Geschäft? "Tu nicht, was man erwartet, improvisiere, wie Jazz", erklärt der eine (Vincent) dem andern (Max) seine Philosophie. Das klingt gut, ist auf den Film bezogen, aber trotzdem falsch. Nach fünf Minuten weiß man, wie "Collateral" enden wird; nach zwanzig ist das neue Meisterwerk von Michael Mann so gut wie vorbei.

Dabei ist Mann weniger Routinier als Kunstfilmer. Nur alle drei, vier Jahre einen Film zu machen, diesen Luxus muss man sich auf Dauer erst mal leisten können. Der stärkste Eindruck, den seine letzten drei Arbeiten - "Heat" (1995), "The Insider" (1999) und "Ali" (2001) - hinterlassen, ist der einer gewissen Überdeterminiertheit. Im Big-Budget-Bereich ist fürs Improvisieren absolut kein Platz mehr.

Das gilt auch für "Collateral". Die ganze Handlung spielt in einer Nacht, zwei


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