Dreißig Jahre Pause

KLAUS TASCHWER | Kultur | aus FALTER 39/04 vom 22.09.2004

MUSIK. Die Wiederentdeckung von Henry Alonzo Grimes ist eine der besten Geschichten, die der Jazz je geschrieben hat. Nun kommt der legendäre Free-Jazz-Bassist zum Festival "Open Windows" der Wiener Musik Galerie. 

Eigentlich müsste diese Geschichte ja mit "Es war einmal" beginnen. Es war nämlich einmal ein Kontrabassist mit Namen Henry Alonzo Grimes, der bei der großen Revolution des Jazz in den Sechzigerjahren seine Finger kräftig mit im Spiel hatte. Der 1935 geborene Grimes, einer der den Free Jazz prägenden Bassisten, zählte auch davor schon zu den gefragtesten Sidemen seiner Generation. Nach einem klassischen Instrumentalstudium an der renommierten Juilliard School of Music spielte er unter anderem in den Bands von Gerry Mulligan, Sonny Rollins und seinem großen Kollegen Charles Mingus.

Dann, als Anfang der Sechziger der Free Jazz losbrach, war Grimes bald an vorderster Front mit dabei. Er trat mit Albert Ayler, Don Cherry, Pharoah Sanders, Archie Shepp oder Cecil Taylor auf,

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