OHREN AUF!

Inszenierte Sänger

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 39/04 vom 22.09.2004

Barfuß mit kess angewinkeltem Knie; walkürengleich mit wallender Mähne der Gegenwindmaschine trotzend; wie ein kleines Mädchen in den Armen von Dirigent Claudio Abbado; wie eine laszive Diva mit geschlossenen Augen und offenem Mund: Eine Plattenfirma inszeniert ihren Hoffnungsträger. Anna Netrebko heißt die Frau auf den Hochglanzfotos, seit ein paar Jahren macht sie Furore unter Opernkennern und soll nun endlich auch die Massen erreichen, die allein ihr den höchsten Ehrentitel einer klassischen Sängerin verleihen können: den bestimmten Artikel, "die" Netrebko.

Noch ist es nicht so weit, und angesichts der durchsichtigen Inszenierung möchte man die Frage, wer genau denn nun das Zielpublikum sein soll, auch gar nicht wirklich stellen. Aber das Zeug zur ganz großen Karriere hat die 1971 in der südrussischen Provinz geborene Sopranistin allemal. Zwischen Dreharbeiten für diverse TV-Reklamespots, Auftritten bei den Salzburger Festspielen und bei Thomas Gottschalk hat Netrebko nun


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