Positive Pussy Power

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 39/04 vom 22.09.2004

MUSIK. Die brave Marion Hall wird auf der Bühne zur schlimmen Lady Saw: über den jamaikanischen Reggaestar und ihr neues Album "Strip Tease".

Dass sich Marion Hall alias Lady Saw beim Gespräch mit dem Falter nicht fotografieren lassen will, ist verständlich. Eine Mischung aus Heimweh und Jetlag hat ihr den Schlaf geraubt, und entsprechend lädiert sieht sie nach einer Nacht in Wien auch aus. Ihr privates Auftreten ist unauffällig und verschlurft, von coolem Styling keine Rede. Selbst das Funkeln auf ihren Zähnen erweist sich als ordinäre Zahnspange und nicht etwa als Vergoldung, wie sie HipHopper gerne tragen. Lady Saws verspätetes Eintreffen zum vereinbarten Interviewtermin bleibt so der einzige Hauch von Popstarglamour.

Abseits der Bühne ist die aus einer armen, achtköpfigen Familie stammende Marion Hall das Gegenteil einer Diva. Während des Interviews fragt sie sogar höflich, ob es stören würde, wenn sie sich eine Zigarette anzündete. Kaum zu glauben, dass Lady Saw, das


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