SPIELPLAN

Kultur | aus FALTER 39/04 vom 22.09.2004

Was macht eine Soloperformerin in einem Gruppenstück? Untergehen. Die Stärke von Miki Malörs Solos sind surreale Bilder, die aus der schrägen Präsenz von Malör selbst leben. Im KosmosTheater hat sie jetzt gemeinsam mit Miguel Angel Gaspar (ehemals Carpa Theater) einen Abend zum Thema und mit dem Titel "Hysterie!" (bis 2.10.) gestaltet. Dass ein neuerlicher Hysteriediskurs einem nicht gerade unter den Nägeln brennt, ist nicht so wichtig, Theater und Theorie sind ohnehin selten auf gleicher Höhe. Hysterie wird als "subversive Praktik" verstanden, und die reicht vom religiösen Wahn einer stigmatisierten Nonne über die Zeitungslektüre, die brachial-fäkal ins Kotzen und Scheißen führt. Die Bühne rotiert, in sechs Kammern gibt es sechs Szenen. Malör punktet mit dem Dauerbrenner Erotik und dem dazugehörenden voyeuristischen Blick - sie macht die Beine breit, und wir sehen ihr Geschlecht mit einem Ohr, mit einem Buch, mit Blumen etc. Das überrascht bei Malör nicht, funktioniert


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