"Bin mir selbst suspekt"

Stadtleben | JULIA ORTNER | aus FALTER 39/04 vom 22.09.2004

VERBRECHEN. Kriminalpsychologe Thomas Müller, Österreichs Vorzeige-Profiler, im "Falter"-Interview über den Killer in uns, den Alltag mit dem Bösen, den Schlaf der Serienmörder und die Faszination des Grauens.

Hinter dem Schreibtisch mit all den Aktenordern über Mord und Grauen hängt ein Filmplakat von "Perfect World". Thomas Müller weiß es besser. Der vierzigjährige Kriminalpsychologe oder einzige "Profiler" des Landes, wie sie ihn in einem Hollywoodfilm nennen würden, erfährt jeden Tag aufs Neue, wie böse die Welt sein kann. Müller führt als Ein-Mann-Einheit den Kriminalpsychologischen Dienst im Wiener Sicherheitsbüro. Berührungsängste zu menschlichen Abgründen darf er nicht haben, wenn er Weihnachtskarten an Mörder im Hochsicherheitstrakt verschickt oder Kollegen aus anderen Disziplinen bei seinen Vorträgen mit wüsten Tatortfotos schreckt. "Ich suche Täterprofile, keine Täter", erklärt Müller in seinem kleinen Büro in der Roßauer Kaserne. Zwischen Biedermeiersesseln


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