PHETTBERGS PREDIGTDIENST

Von Mösen und Mäusen

Stadtleben | aus FALTER 39/04 vom 22.09.2004

... Dieses Sakrament stärke uns an Leib und Seele und mache uns bereit, mit Christus zu leiden, damit wir auch mit ihm zur Herrlichkeit gelangen ...

(Schlussgebet am 26. Sonntag im Jahreskreis)

Miki Malör hat ein Stück geschrieben, wo sie mir auch ihre Möse zeigte. Sie sitzt in einem Sektor, fängt täglich eine Maus und klebt sie an die Wand mit Gafferstreifen, dort hängen sie Schwanz an Schwanz und fingen sich. Meine erste Nackte sah ich bei der "Arena 70". Ich war so erschrocken, hatte noch nie eine Nackte gesehen, mir überhaupt nicht vorstellen können, dass das überhaupt geht, dass eine Frau nackt sein kann.

Und jetzt sah ich in "Hysterie" im Kosmos, in Zeitlupe, wie die Tage sich endlos ziehen, in rasender Geschwindigkeit, wie wir leiden, egal ob fünf Frauen oder ein Mann. Und all die sechs Mauern stehen auf Rädern und bilden also Mauerrad auf Rädern, die unter Mühen und Geächze gedreht werden müssen, von Sektor zu Sektor, damit jeder der sechs Zuschauerränge im Sechseck, alle sechs Segmente der Bühne, wo die Mauern alles verstecken, einsehen können. Wären 36 Stücke, und damit es aber nur zwei Stunden dauern kann, wo sie leiden und minutiös die Gesten des Leidens und ihre Entladung genau einstudiert haben, spielen sie nur dreißig davon. Sodass jedes Zuschauy um seinen spannendsten Sektor betrogen wird. Was als Sahnehäubchen darüber gestaubt wird. Eine sammelt den Standard, eine liebt wie vom Teufel besessen, einer hat überhaupt nur mehr Matratzen, das war der Meine, den sie mich nicht sehen ließen, eine zieht sich ständig an, versucht den Dildo anzubringen, eine Schamanin, die alles notiert, und die Micki, die uns Oper spielt über Kopfhörer und dabei wie einen Sektor immer wieder ihre Muschi zeigt, mit Brillen, mit russischer Haube und mit ihren Schamhaaren. Es ist nicht zuletzt eine deutliche Warnung, sich nicht die Schamhaare wegzurasieren. Die Mikroben sind kleiner als eure armseligen Rasierapparate. Und kaum schaut ihr weg, sitzen die Bösen schon wieder auf euren Mösen. Geht ins Kosmos, bevor sie's in New York entdecken!

Die ungekürzte Version des "Predigtdienstes" ist über www.falter.at zu abonnieren.


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