TIER DER WOCHE

Kunstlicht

Stadtleben | PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 39/04 vom 22.09.2004

Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört", möchte sicher jeder Aktionskunsthasser mit Willy Brandt ausrufen, wenn man die feine Schlagzeile "Künstler lebt als Erdwurm in Matschloch" liest. Treffen sich zwei so antagonistische Kräfte wie Kunst und Natur, dann geht es für gewöhnlich meist heftiger zu als beim Münchner Oktoberfest. Ein gefundenes Fressen also für Kunstwächter, Naturschützer und die Rubrik "Vermischtes" in den Zeitungen. Auch ORF ON titelte ganz lustig "Ein Künstler macht sich zur Schnecke".

Sehen wir einmal davon ab, dass "Matschloch" eine eher ungelenke Übersetzung von "muddy holes at the meadow" ist, mehr als ein Gaudium für das feixende Volk sollten die diversen Kurzmeldungen in den Medien jedenfalls nicht bieten.

"Gerade beim Begriff Wurm denkt das Volk zoologisch sehr ungenau", schreibt der Kulturhistoriker Rolf Schenda in seinem "ABC der Tiere". Denn ein Wurm ist kein besonderes Tier, sondern bezeichnet bloß die äußere Form. So wird im Allgemeinen jedes


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