Amerikanischer Freund

BERND DÖRLER
Vorwort, FALTER 40/04 vom 29.09.2004

AUSLAND Hamid Karzai ist afghanischer Präsident von US-Gnaden. Am 9. Oktober wird er wieder gewählt.

Wenn Präsident Hamid Karzai seine Regierungsfestung in der afghanischen Hauptstadt Kabul verlässt, dann in Begleitung einer Heerschar amerikanischer Bodyguards. Nur durch Glück entging der graubärtige Staatschef, im Westen wegen seiner feschen Kaschmirumhänge und seines makellosen Englisch geschätzt, kürzlich einem Raketenangriff. Aus Kabul hinaus traut sich Karzai nur äußerst selten, und wenn, dann unter enormen Sicherheitsvorkehrungen. Er sei nur "der Bürgermeister von Kabul", höhnen seine politischen Gegner, "ein Knecht der Amerikaner". Richtig ist, dass die Autorität des Präsidenten kaum über die Hauptstadt hinausreicht. Richtig ist auch, dass Karzai eine Erfindung Washingtons ist.

  Deshalb wird er am 9. Oktober in den ersten freien Wahlen, die das geschundene Land am Hindukusch erlebt, in seinem Amt als Staatschef bestätigt werden. Internationale Beobachter und Diplomaten

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