Lebenslänglich Lainz

Politik | GERALD JOHN | aus FALTER 40/04 vom 29.09.2004

ALTERN Ein Drittel der Bewohner hat in der berüchtigten Geriatrieanstalt Lainz eigentlich nichts verloren. Robert Stangl etwa lebt seit vierzig Jahren dort. Die Geschichte eines vergessenen Patienten. 

Alle paar Wochen holen die Schwestern den Paravant und schieben ihn zwischen die Betten. Auf der einen Seite sehen Patienten fern, essen oder starren einfach nur in die Luft. Auf der anderen liegt ein Körper, der sich nicht mehr rührt. Zwei, drei Stunden ruht er hinter dem Sichtschutz, bis ihn Pfleger in die Leichenhalle bringen. Dann kommen die Schwestern und beziehen das Bett neu.

  Der Tod ist für Robert Stangl Alltag. Unzählige Male sind ihm Freunde, Zimmerkumpanen, Stationskollegen "weggestorben", wie er sagt. Stangl lebt wie rund 1800 andere Menschen im "Geriatriezentrum am Wienerwald", das jeder schlicht als "Lainz" kennt. Zwei Drittel der Bewohner verlassen den 300.000 Quadratmeter großen Komplex im Sarg, die meisten sind erst im hohen Alter eingezogen. Nicht so Stangl. Er


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