EIN JAHR PFLEGESKANDAL

"Zur Unmündigkeit verurteilt"

Politik | aus FALTER 40/04 vom 29.09.2004

Es war eine edle Gabe des Nobelbezirks Hietzing. Zum hundertsten Geburtstag des Geriatriezentrums Lainz schenkte ÖVP-Bezirksvorsteher Heinrich Gerstbach jeder der zwölf Abteilungen hundert Euro. Macht 67 Cent pro Patient.

  Die im Vorjahr aufgeflogenen Missstände wird das Almosen nicht beheben: Überforderte oder gleichgültige Betreuer hatten Patienten monatelang nicht gebadet und mit Windeln ins Bett gesteckt, anstatt sie aufs Klo zu bringen. Für die grüne Gemeinderätin Sigrid Pilz, die den Pflegeskandal mit aufgedeckt hat, ist das Schicksal Robert Stangls ein weiteres Beispiel, wie "an den Bedürfnissen vorbei gepflegt" werde. "Die Stadt muss Menschen wie Stangl die Möglichkeit geben, ein normales und selbstbestimmtes Leben zu führen, anstatt sie zur Unmündigkeit zu verurteilen", fordert Pilz. Das Monsterheim Lainz müsse deshalb zu einem reinen Krankenhaus für alte Menschen umfunktioniert werden, mit maximal zwei Betten pro Zimmer. Wer fit genug ist, solle in den eigenen


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