Woody außer sich

WOLFGANG KRALICEK
Kultur, FALTER 40/04 vom 29.09.2004

FILM In seiner Beziehungskomödie "Anything Else" spielt Woody Allen eine ungewohnte Rolle. Dass man den Film in Wien überhaupt sehen kann, ist keine Selbstverständlichkeit mehr: Der vorangegangene Allen-Film kam bei uns nicht ins Kino.  

Woody Allen ist in einer Krise. Davon hat er jahrzehntelang ganz gut gelebt. Aber diesmal ist es nicht eine seiner neurotischen Figuren, sondern der Filmemacher Woody Allen selbst, der Probleme hat: Dem Mann, der seit dreißig Jahren einmal im Jahr einen Film dreht, droht das Publikum auszugehen. Als sein vorletzter Film "Anything Else" (2003) in den USA startete, wurde der Name Woody Allen in der PR-Kampagne verschwiegen. Man setzte lieber auf die Jungstars Jason Biggs ("American Pie") und Christina Ricci ("Buffalo 66") und hielt den Namen des Regisseurs in diesem Zusammenhang wohl eher für geschäftsschädigend.

  Noch bedrohlicher erscheint die Situation im deutschen Sprachraum: Erstmals ist in Österreich und Deutschland ein Woody-Allen-Film,

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