AUFGEBLÄTTERT

Kultur | RUTH MÜLLER | aus FALTER 40/04 vom 29.09.2004

Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen. Und je mehr die Menschen daran sparten, umso weniger hatten sie." Mit diesen Worten von Michael Endes kleiner Heldin Momo schließt Peter Borscheid sein Buch "Das Tempo-Virus". Der Sozialwissenschaftler zeichnet darin anschaulich nach, wie aus der agrarischen Langsamkeit des mittelalterlichen Dorfes der Wunsch nach Beschleunigung, nahezu alle Bereiche menschlichen Lebens zu durchdringen begann. Er versucht zu rekonstruieren, wann und wo die Idee einer optimalen Nutzung der menschlichen (Lebens-)Zeit entstand und wie sie zu einem Ideal der westlichen Welt wurde. Was mit der Verkürzung von Transportwegen anfing, so Borscheid, endete in einem gesellschaftlichen Imperativ zur Zeiteffizienz und zur immer währenden Beschleunigung.

  Tempolust, Tempofrust, wer kann das so genau unterscheiden? Und: Kann Beschleunigung zum Selbstzweck wirklich das Ziel sein? Ein klares Nein als Antwort auf diese Frage kommt von Jean-Carl Honoré. Dennoch versteht


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