Fragen Sie Frau Andrea

Aber Hallo!

Stadtleben | aus FALTER 40/04 vom 29.09.2004

Liebe Frau Andrea,

der Direktor des Kunsthistorischen Museums, "Hofrat" Seipel, hat mit der Begrüßung "Kaiserliche Hoheit" für Otto Habsburg einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, während dem Österreicher Erwin Karl G. - nach Adoption durch eine Deutsche - mit Bescheid des Wiener Magistrats vom 21.1.2002 der Familienname "Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzogin zu Sachsen" zugewiesen wurde.

Liebe Grüße,

Matthias Fauner, Internet

Lieber Matthias,

den Fall der "Prinzessin Erwin Karl" wollen wir mal als Salzamtschrulle archivieren. Die Anrede für Kaisersohn Otto regelt das Habsburgergesetz vom 3.4.1919, immerhin ein Gesetz im Verfassungsrang. Darin werden Herrscher- und sonstige Vorrechte, darunter auch die Titel des Hauses Habsburg-Lothringen aufgehoben. Auch ohne dieses Gesetz stünde die Verwendung von Adelsprädikaten gemäß § 2 Adelsaufhebungsgesetz unter Strafdrohung. Dr. Otto "von" Habsburg, dem erst 1966 ein österreichischer Reisepass ausgestellt wurde und der 1978 die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt, absolvierte sein Studium an der Universität Löwen unter dem Namen "Herzog Otto von Bar". Mit der Entfernung vom Thron steigt bei den Habsburgern indes der Sinn für Humor. Hubert Salvator aus der Toskana-Linie hieß nach seinem Schloss in Ybbs-Persenbeug "Schleusen-Hubsi". Ein weiterer Habsburg-Lothringer nannte sich in Verballhornung seines Familiennamens und in Verehrung für sein Auto "Ha-Lo, Ritter von Toyota".

dusl@falter.at


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