STADTRAND

Tauberltod im Park

Stadtleben | aus FALTER 40/04 vom 29.09.2004

Jetzt hat die Wiener ÖVP schon wieder eine gute Idee gehabt. Die Schwarzen wollen den Tauben dieser Stadt knallhart den Kampf ansagen - Falken sollen die räudigen Vögel "vertreiben". Weniger elegant gesagt, die Raubvögel sollen den Tauben ein bissl den Hals umdrehen. Aber nur nicht die alten Damen zu sehr verschrecken, die so gerne die Krankheitsüberträger im Park füttern, denkt sich die Volkspartei und betont deshalb, dass die Tauberln nicht ganz verdrängt werden sollen, dazu seien sie für einsame Menschen zu wichtig. Die Viecher gehörten eben doch zur Stadt wie die Fiaker, nur seien es halt zu viele, nämlich 300.000. Ein löblicher Vorstoß von den schwarzen Falken, ihre Büroadresse logischerweise: Falkestraße. Wer braucht denn schon grausliche Viecher, die nichts können als alles vergacken und sich unkontrolliert vermehren? Genauso wenig benötigt die Stadt für ihre Identitätsbildung arme Fiakerpferde, die mit DJ-Ötzi-Mützen über den Ohren durch die Verkehrshölle traben müssen. Also eine ganz einfache Botschaft an die Bürgermeisterburg: Falken vor! Tauben raus! Pferde auf die Wiese! J. O.


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