Esel, reg dich!

Stadtleben | WOLFGANG PATERNO | aus FALTER 40/04 vom 29.09.2004

SECONDHAND Seltsamer Name, abgespactes Geschäft: der Kleiderflohmarkt Eselmist.

Bereits die Namensgebung war revolutionäre Tat. Josef Szabo, 45, Eigner von einem Secondhandladen in Ungarn, wollte auch Wien mit seinen Sachen zum Anziehen erfreuen. Der Plan: Auch in Wien ein Geschäft mit gebrauchter Bekleidung aufsperren, das wie in Budapest Ciánkáli, Zyankali, heißen soll und dessen Wappentier eine Ratte ist. Die Tat: Hierzulande sind derartige Betriebsnamen behördlich verboten; Szabo, ehemaliger Kellner und Künstler, taufte seine vor zwei Monaten eröffnete Wiener Dependance auf den sinnfreien Namen Eselmist. Wenn Szabo am Ende dieser Geschichte ist, holt er Luft. Er muss dann nichts mehr sagen, er schaut folgendermaßen drein: Denen habe ich's gegeben! Eselmist! Genau! In vielen aus Ungarn importierten Lederjacken ist sein Zeichen zu sehen, ein Stoffflecken, auf den ein Totenkopf gestickt ist, "Méreg", Gift, steht darauf. Szabo nickt. Genau!

Eselmist, das steht jetzt für schöne,


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