VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

Vor 20 Jahren erschienen wir noch alle 14 Tage. Das bedurfte wohl ab und zu einer besonderen Erklärung: im Oktober 1984 stand jedenfalls un der Rubrik "Falter über Falter" zu lesen: "Dass sich die in Ihren Händen befindliche Zeitschrift erlaubt, alle vierzehn Tage zu erscheinen, wundert vor allem jene, die noch hin und wieder merken, dass es leichter ist, sich an übliche Rhythmen zu gewöhnen. Weil es aber derzeit so ist, wie es eben ist, also eine Woche sehr kurz und ein Monat sehr lang sein kann, gibt es jeden zweiten Dienstag einen neuen Falter. Im Lexikon steht, dass der Dienstag über lange Zeit hinweg als besonders geeigneter Tag für Kriegs- und Rechtshandlungen, für Hochzeiten und für den Dienstantritt gegolten hat.

  Dafür können wir genauso wenig wie für die Tatsache, dass eine 14-Tage-Woche selbst geschichtlich gesehen eine ziemliche Rarität ist. Es gab Wochen mit fünf Tagen (in Babylon), die gewohnte mit sieben Tagen (wegen der nahezu genau viermal sieben Tage des Mondzyklus) oder mit zehn Tagen (im antiken Griechenland). Eine 14-Tage-Woche ist vor allem von den Kelten bekannt, die sich überall dort niedergelassen haben, wo es besonders schön war, im Böhmerwald, im Donauraum, in der Gegend von Hallstatt, in Frankreich, in Irland, auf dem Balkan oder in Kleinasien. Ihre Monate begannen am Tag nach Neumond und wurden durch den Tag des Vollmondes in zwei Wochen zu je vierzehn Tagen unterteilt. Mit einer Zeitschrift ergibt sich aus dieser Geschichte höchstens daraus eine antipodische Verbindung, dass ihre Druiden (den Comic-Lesern als weise Freunde von Asterix und Obelix bekannt) angeblich keine Schriftzeichen zuließen, weil alles Wichtige sowieso aus der Natur selbst abzulesen sei und man sich den Rest auch erzählen könne." A. T.


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