"Daran stirbt heute keiner"

Politik | NINA HORACZEK und FLORIAN KLENK | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

GEFÄNGNIS Justizministerin Karin Miklautsch ehrte jene Beamten, die dabei waren, als ein Afrikaner in Stein sein Leben verlor - obwohl die Justiz noch ermittelt und Experten an der offiziellen Todesursache zweifeln. 

Für Justizministerin Miklautsch steht die Todesursache fest: "Der Häftling verstarb laut Obduktionsbericht an einer Fettembolie, ausgelöst durch selbst zugefügte Verletzungen", steht in ihrer Presseaussendung.

  Am 19. August starb der nigerianische Gefangene Edwin Ndupu in der Justizanstalt Stein. Der 37-Jährige habe in einem Tobsuchtsanfall mit einem Besteckmesser in der Hand um sich geschlagen, dabei Justizwachebeamte und einen Mitgefangenen verletzt und sei kurz darauf verstorben, erklärte das Justizministerium. Experten zweifeln jedoch an der offiziellen Todesursache.

  "Eine Fettembolie entsteht nur durch sehr schwere Unfälle oder durch einen schweren Schock. Der Häftling müsste also im Gefängnis einen deutlichen Unfall gehabt haben, den niemand bemerkt


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