Zwischen den Stühlen

Politik | JULIA ORTNER | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

ASYL Sie sind Schriftsteller mit Gemeindewohnung, sie sind privilegiert. Und doch lebt die Familie JenamaniHusain in Angst wie viele Asylwerber. 

Ishan hat noch keinen Freund in Wien, aber er hat "Bernd das Brot". Das mies gelaunte Kastenbrot darf er sich ab und zu am Kinderkanal anschauen, in kleinen Portionen, pädagogisch wertvoll. "Damit er spielerisch Deutsch lernt", sagt seine Mutter Sarita Jenamani. Hat der Zweijährige auch schon ein bisschen. "Zugabe, Zugabe!", ruft der kleine Bub jedes Mal aufgeregt, wenn er beachtet werden will. Sonst plappert er mit den Eltern in diversen anderen Sprachen. Der Vater Pakistani, die Mutter Inderin, sie sprechen auch noch Englisch, Ishan wächst vielsprachig auf. Ob er allerdings jemals richtig Deutsch lernen wird, weiß niemand.

  Denn Sarita Jenamani und ihr Mann Aftab Husain haben derzeit keine Ahnung, ob sie in Wien bleiben können. Seit eineinhalb Jahren leben sie in einer netten Gemeindewohnung auf der Fischerstiege, mitten im ersten Bezirk.


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