SPIELPLAN

Kultur | K. CERNY / W. KRALICEK | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

So ist ein Stück aufgebaut, das raffiniert sein möchte: "Hotel Genoscha" von Paola Aguilera beginnt möglichst harmlos (die Erinnerung an den Italienurlaub), um dann in der Aufzählung von Foltermethoden zu landen. Schade nur, dass zwischen Komik und Drastik ziemlich viel Geschwätzigkeit liegt (über den Yeti, Esoterik, Gott und sogar, wie es wäre, der Papst zu sein). Die Uraufführung des Stücks, das im Jahr 2043 spielt, sieht im dietheater Künstlerhaus (bis 16.10.) ziemlich altmodisch, um nicht zusagen: gemütlich, aus. Die beschmierten Wände wirken wie eine Mischung aus Schulhof und Knast, die Kostüme sind die klassischen Arbeitsanzüge in jedem Gefängnisfilm, das Hotel, das eigentlich vier Personen gefangen hält, ist ein leerer Proberaum, indem jeder seine Geschichte erzählt. Von Sci-Fi sieht man nicht viel. Man merkt der Gruppe toc (ein Begriff aus dem Mimentheater, der soviel wie "plötzliche akzentuierte Bewegung" heißt) die Mimentradition an. Sowohl im positiven (reduzierte


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