Überwachen und Streicheln

Kultur | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

FILM Als Blick auf Flüchtlingserfahrungen ist Steven Spielbergs "Terminal" weniger berührend als vielmehr selektiv. 

Zwei Männer rasieren sich auf dem Flughafenklo. Sagt der eine: "Do you ever feel like you're living on an airport?" Der das sagt, wohl ein Geschäftsreisender, meint es im übertragenen Sinn; auf den Angesprochenen trifft es buchstäblich zu. Viktor Navorski heißt der am New Yorker JFK Airport lebende Mann. Bei seiner Ankunft hat sich sein Pass als ungültig erwiesen, infolge eines Putschs in seinem (fiktiven) osteuropäischen Heimatland. Eine Systemlücke im Einreisegesetz (oder doch dessen System selbst) zwingt ihn, auf dem Terminal zu bleiben: staaten- und rechtlos, anfangs auch ahnungs- und sprachlos. Sein Gegenspieler, der Chef der Airport Security, verkörpert Staat, Recht, Wissen sowie eine Sprachgewalt, die Viktors Status definiert: "You're a citizen of nowhere!" - "You are simply unacceptable!" - "America is closed!"

  Leben im Terminal. Wer manchmal lange


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