Die guten Patrioten

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

MUSIK R.E.M. sind zwar Bush-Kritiker, ihr neues Album "Around the Sun" setzt aber weniger auf Protestlieder als auf poetische Melancholie. 

Das R.E.M.-Konzert voriges Jahr vorm Schloss Schönbrunn war eine triste Angelegenheit. Die Band hatte die Anreise aus der Schweiz unterschätzt und verzögerte so noch den Beginn einer Show, die dann ohnehin nur von einem stimmlich leicht indisponierten Sänger, Dienst nach Vorschrift versehenden Musikern und miesem Sound geprägt war. "Around the Sun", das tief in herbstliche Melancholie getauchte und in seiner stimmigen Zurückhaltung über weite Strecken sehr ansprechende neue Album, verdeutlicht nun aber, dass man bei der seit 1980 bestehenden Band aus Athens/Georgia mit dem Abschreiben besonders vorsichtig sein muss.

  "Around the Sun" erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem gerade die Werbekampagne fürs nächste U2-Album "How to Dismantle an Atomic Bomb" anläuft. Ein lustiger Zufall - bilden die beiden Bands in all ihrer Unterschiedlichkeit


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