Frauen ohne Zimmer

EVA WEISSENBERGER | Stadtleben | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

WOHNEN Obdachlose Frauen erkennt man oft nicht auf den ersten Blick, sie sind keine Sandlerinnen. Hilfe brauchen sie trotzdem. Im Winter bekommen sie ein neues Zentrum in Wien. 

Ups, jetzt hat sie "Hure" gesagt. Heli hält sich verlegen die Hand vors Gesicht, kneift die Augen zusammen und kichert kokett. Mit ihren langen, dunklen Haaren schaut die zierliche Frau dabei aus wie die ältere Schwester von Charlotte Roche, der flotten Viva-Moderatorin.

  Die junge Türkin, die aufrecht in einem Leiner-Wohnzimmer aus hellem Holz sitzt und alte Platten sortiert, erinnert mit ihrem glänzend schwarzen Haar und der strengen Brille an die griechische Schlagersängerin Nana Mouskouri.

Die große Blonde mit der aufwendigen Föhnfrisur, den Stiletto-Schlapfen und der goldenen Sonnenbrille, die so eloquent über Sozialpolitik referiert, könnte das nicht Christine Vranitzky sein, die Frau des ehemaligen Kanzlers?

  Und dann wäre da noch die dicke Alte, die traurig und nüchtern aus ihrem Leben erzählt,

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