Eier à la Nabocoque

Extra | FRANZ KOGLMANN | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

PRO LÜGE Ist nicht Vladimir Nabokov, dieser unsentimentale Meister komplexer Unaufrichtigkeit, das literarische Pendant eines Miles Davis, Chet Baker oder Jimmy Giuffre? Eine persönliche Würdigung. 

Warum mag ich Nabokov? Die Schuld liegt eindeutig bei der Betriebsbibliothek der Fa. Brown Boveri. In relativ jungen Jahren meines Musikstudentendaseins jobbte ich bei dieser Firma als Nachtwächter und entdeckte während einer der langweiligen - aber mit Lesen und Harmonielehreaufgaben voll gestopften - Nächte in eben jener Bibliothek Nabokovs Roman "Das Bastardzeichen". Diese gespenstische Abrechnung mit Diktatur und Gefangenschaft des Geistes erwies sich als Einstiegsdroge. Erste Entzugserscheinungen wurden mit der genialen Groteske über den patschert-pedantischen aber integren Professor "Pnin" eingedämmt. Jetzt erst folgte die Geschichte des erotischen Sonderlings Humbert Humbert und der "unerträglichen Göre" Lolita.

  In einem der Interviews des Bandes "Eigensinnige Ansichten"


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