Lost in Translation

Extra | VERENA MAYER | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

FREMD IN ALLEN SPRACHEN In ihrem Roman "Alle Tage" schickt die aus Ungarn gebürtige und auf Deutsch schreibende Terézia Mora ihren Helden Abel Nema auf eine Reise, die kein Ankommen kennt. 

Es gibt nichts Besseres, als möglichst viele Sprachen zu sprechen. Jedes neue Wort vermittelt einen Einblick in neue Welten, jedes neue Wort vergrößert die Sprachmacht. Dennoch sind Fremdsprachen auch eine Übung in Beschränkung. Man kann eine Sprache nicht beherrschen, schon gar keine fremde. Damit findet man sich entweder ab, oder man wird darüber schizophren und sagt am Ende gar nichts mehr. Davon erzählt "Alle Tage", der erste Roman der ungarischen Autorin und Übersetzerin Terézia Mora.

  Es geht um Abel Nema, einen Mann, der zehn Sprachen spricht und das Paradoxon seiner Existenz schon im Namen trägt: Das slawische nemec, so wird an einer Stelle erklärt, bedeutet "stumm", Abel wiederum steht im Hebräischen für "Hauch" oder "Nichtigkeit". "Deswegen ist alles, was er sagt, so, wie

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