Der Tod meiner Mutter

Extra | JÖRG MAGENAU | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

TRAUERARBEIT In "Vielleicht ist es sogar schön" widmet sich Jakob Hein der Kindheit und Herkunft seiner Mutter. 

Als Jakob Hein vier Jahre alt war und durch die Wohnung in Berlin-Weißensee streifte, sah er überall Menschen am Schreibtisch sitzen: seinen Vater, den Schriftsteller Christoph Hein; seine Mutter Christiane, die im Dokumentarfilmstudio der DDR arbeitete; den Bruder, der schon in die Schule ging. Also setzte auch er sich an einen Tisch, zog Schlangenlinien über die Seiten eines Heftes, setzte mutig Punkte drüber und drunter und erzählte während dieses Vorgangs Geschichten von Prinzessinnen und Indianern vor sich hin. Anschließend "las" er sie der Mutter vor: wortwörtlich so, wie er sie zuvor erfunden hatte.

  In dieser Familie gab es für Jakob Hein wohl keine andere Möglichkeit, als selbst zum Schriftsteller zu werden - und zugleich etwas ganz anderes zu tun. Die Lösung lautet: Er schreibt nebenbei. Im Hauptberuf arbeitet der studierte Mediziner als Kinderpsychiater


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