Imitation of Life

Extra | KARL WAGNER | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

UNSENTIMENTALE GESCHICHTEN Die Kanadierin Alice Munro erzählt vom Hass zu lieben und anderen Gefühlen. 

Himmel und Hölle" ist die zehnte Sammlung von unterschiedlich langen Geschichten der außergewöhnlichen kanadischen Erzählerin Alice Munro, deren Rang und Bedeutung hierzulande immer noch auszurufen sind, obwohl seit rund zwanzig Jahren verschiedene deutsche Verlage für diese gearbeitet haben. Die Tatsache, dass der Fischer-Verlag ihr Geburtsjahr auf dem Klappentext falsch angibt, darf dafür als Indiz gelten. Dass es für Alice Munro im deutschen Sprachraum immer noch einiges zu tun gibt, hängt wohl auch mit der Gattungsfrage zusammen: Wo wäre hier auch eine Zeitschrift wie der New Yorker oder Paris Review, die Erzählungen zwischen zwanzig und siebzig Seiten Länge sucht, dafür bezahlt und unter die Leute bringt? Und die, wie Munro einmal (über den New Yorker) gesagt hat, dem Schreiben von Geschichten eine Gültigkeit verleiht und den Autor davon befreit, denken zu müssen,


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