Verzicht aufs Happy End

Extra | ALEXANDRA MILLNER | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

FRAUEN Der Widerstand gegen die strengen Konventionen orthodoxer Lebensführung steht im Mittelpunkt von Schriftstellerinnen aus islamischen Ländern - ob sie nun aus Ägypten oder Algerien, dem Irak oder dem Iran stammen. 

Meine Stimme ist tabu", spricht Ruhiya und wagt es als erste Frau, ein ehernes islamisches Gesetz zu missachten und vom Minarett aus den Adhan, den Gebetsruf, zu verkünden, weil ihr Vater, der Muezzin, todkrank ist. Ihr Ruf ist von der Liebe zu Allah getragen und hält Einzug in die Herzen der verwunderten Dorfbewohner in der Nähe von Jericho. Er dringt bis nach Jerusalem vor und hält ihren geliebten Halbbruder in letzter Sekunde von einem Selbstmordattentat ab. Und er lenkt die Aufmerksamkeit der Medien auf eine Religiosität, die fernab des Fundamentalismus angesiedelt ist.

  Zeina B Ghandour - Jahrgang 1966, aus Beirut gebürtig und nun Doktorandin an der London School of Economics - legt diese Worte der weiblichen Hauptfigur ihres Romans "Der Honig" in den Mund


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige