"Gusti, denk an die Tanten!"

Extra | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

HAUSMANNSKOST Sechzig Jahre und keine Spur von Altersmilde: Weder die gesammelten Theaterstücke von Gustav Ernst noch seine aktuelle Erzählung "Grado" sind jugendfreie Lektüre. 

Die Karriere des Gustav Ernst begann mit einem Amoklauf. "Ein irrer Hass", sein 1979 in Frankfurt uraufgeführtes Debütstück, handelt von einem gerade aus der Haft entlassenen jungen Mann, der nach einem jämmerlich missglückten Raubüberfall und einer absurden Geiselnahme festgenommen wird. "Ein irrer Hass" wäre auch ein passender Titel für das Gesamtwerk des Wiener Autors, den man als den Wirtshausraufer unter den Literaten bezeichnen könnte. Die feine Klinge war nie sein bevorzugtes Arbeitsinstrument, Sprachgewalt ist bei ihm oft Synonym für Kraftausdruck.

  Ende August ist Gustav Ernst sechzig geworden. Altersmilde ist seinen Texten nicht anzumerken. "In Wirklichkeit bin ich immer ein äußerst milder Mensch gewesen", sagt der Autor, der privat tatsächlich nichts mit dem rabiaten Berserker gemein


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