Den Bach hinunter

NICOLE STREITLER | Extra | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

ELEMENTARES Eugenie Kain beweist mit "Hohe Wasser", dass man auch auf deutsch gute Kurzgeschichten schreiben kann. 

Vom Wasser und seiner (mit-)reißenden Kraft erzählen die sieben Kurzgeschichten in Eugenie Kains Band "Hohe Wasser". Allen Geschichten ist überdies gemein, dass sie an den fließenden Übergängen menschlicher Biografien angesiedelt sind - dort, wo durch den heftigen Einsatz unterschiedlichster (Körper-)Flüssigkeiten eine Lebensform in eine andere übergeht. Ob da von einem Mädchen die Rede ist, das ohne Vater dasteht und das gerade auch noch seine alkoholkranke Mutter zu verlieren droht; oder von einer Frau mittleren Alters, die nach der Trennung von ihrem Mann mit den zwei Kindern allein dasteht und den so genannten "Wiedereinstieg" zu schaffen hat. Immer ist es die Unabwendbarkeit der existenziellen Veränderung, an der die Figuren leiden und manchmal sogar zerbrechen.

  Dass Kains Figuren allesamt ans Wasser gehen, wenn ihnen das Wasser bis zum Hals steht, mag

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