Geteiltes Nichtverstehen

Extra | KARL-MARKUS GAUSS | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

ESSAY Psychoanalyse und Literatur missverstehen einander wechselseitig - was eigentlich für beide spricht. Eine persönliche Erinnerung an das Jahr 1984. 

Das österreichische Jahr 1984 war ausgezeichnet durch drei epochale Ereignisse. Erstens wurde mein Sohn geboren. Zweitens erschien das erste Heft der Zeitschrift Werkblatt. Und drittens rief der Bundeskanzler Sinowatz regierungsamtlich eine Denkpause aus. Alle drei Ereignisse, jedes natürlich in anderem Maße und auf seine Weise, hatten für mein Leben, und wie ich es nach 1984 führen wollte, eine besondere Bedeutung.

Die Denkpause des Kanzlers

Mit der Denkpause, die der unglückliche Fred Sinowatz verordnete, als sich auch zu Weihnachten zwischen den Besetzern der Hainburger Au und den staatlichen Ordnungskräften der Frieden noch immer nicht von selber einstellen wollte, hat er eine Pause gemeint, in der beide Streitparteien Zeit haben sollten, nachzudenken. Ich erinnere mich noch genau, dass ich den Satz, als ich ihn im Radio hörte

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