Gegenbeispiel Taiwan

Extra | STEFAN LÖFFLER | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

CHINA Bei aller Sympathie für die Dissidenten widerspricht Ian Buruma ihrem Pessimismus, dass China nicht zur Demokratie taugt.

Kommunismus ist heute in China nur noch ein Begriff, der zur Machterhaltung der Kommunistischen Partei dient. Längst sind die Bereicherung des Einzelnen und der Nationalismus an die Stelle der alten Ideologie getreten. Arbeiter haben in der Volksrepublik weniger Rechte als fast überall in der kapitalistischen Welt. Die einfachen Leute werden von Steuereintreibern schikaniert, die oft ehemalige Kleinkriminelle sind. An der Landbevölkerung, die immer noch den größten Teil des Milliardenvolks ausmacht, geht das Wirtschaftswachstum von bis zu zehn Prozent jährlich weitgehend vorbei. Wären Chinas Bauern und Wanderarbeiter nicht so in den täglichen Kampf ums Überleben verstrickt, müssten soziale Unruhen viel häufiger sein.

  Denn nichts blüht so sehr wie die Selbstbereicherung des Parteikaders durch Korruption. Einzelne Fälle werden in der vom Staat kontrollierten


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