Vor dem Wiederaufbau

Extra | WOLFGANG LUEF | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

Deutschland 1946 Carl Zuckmayer erforschte als ziviler Ermittler die Situation im zerstörten Nachkriegsdeutschland. 

Trümmerliteratur nennt man die Nachkriegswerke jener Generation von Autoren, die aus dem Krieg in eine zerstörte Heimat zurückkehrten und über deren Verwüstung und Überlebenskampf schrieben. Bei Carl Zuckmayer liegt die Sache etwas anders. Der 1939 in die USA emigrierte deutsche Schriftsteller reiste 1946 im Auftrag des US-Kriegsministeriums fünf Monate lang durch Deutschland und Österreich. Sein Auftrag: sich als ziviler Kulturoffizier ein möglichst genaues Bild vom besetzten Deutschland zu machen und insbesondere die Situation der deutschen Jugend zu analysieren.

  Der Bericht, den Zuckmayer im Anschluss an seine Reise verfasste, sollte dem US-Verteidigungsminister George Marshall Entscheidungshilfe für die künftige Besatzungspolitik sein. Lange nach Zuckmayers Tod im Jahr 1977 wurde er nun gemeinsam mit anderen Dokumenten aus dieser Zeit in Buchform herausgegeben.


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