Verlierer lächeln

Extra | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

GESCHICHTE Wolf Schneider hat ein Herz für Verlierer - allerdings nur dann, wenn ihrer Niederlage etwas Großartiges anhaftet. 

Die Wahrscheinlichkeit zu verlieren ist groß. Schon der vierte Platz bei Olympia gilt als Niederlage. "Zu wenige Sieger, zu viele Verlierer", dichtete Hans Magnus Enzensberger. Und die Stranglers machten sich über Leo Trotzki lustig, dem ein Eispickel rote Ohren gemacht habe. Wolf Schneider ergänzt, dass gute Verlierer vielleicht die "nettesten Menschen überhaupt" seien: "Sie lächeln. Sieger grinsen."

  Es ist die Frage, ob Trotzki lächelte. Oder ob Wilhelm II. in seinem holländischen Exil nicht doch eher grinste. Beide gehören zu Wolf Schneiders "Großen Verlierern". Menschen wie Maximilian von Mexiko, Rommel, Che Guevara, Lassalle, Lenz, Heinrich Mann, Al Gore, Maria Stuart, Vincent van Gogh, Rainer Barzel oder Johann Strauß Vater. Menschen, die auf besonders tragische, besonders dramatische oder besonders blamable Art gescheitert sind. Menschen,


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