NS-WIDERSTAND

Helden oder Verräter?

Extra | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

Nirgendwo sonst gerät das Naheverhältnis von Widerstand und Konformität in einer Zeit des "totalen Kriegs" und seinen Dynamiken derart präzise ins Blickfeld wie in Studien zu Desertion und geheimdienstlichen Aktionen. Dass man Widerstand, Kollaboration und nachrichtendienstliche Aktivitäten gerade in einem so polykratischen und zugleich total beherrschten Gebilde wie dem Nationalsozialismus zusammendenken muss, zeigen die einzelnen historischen Beiträge in dem von Hans Schafranek und Johannes Tuchel herausgegebenen Band "Krieg im Äther".

  Die von den einzelnen Beiträgen herausgearbeiteten historischen Konstellationen und Situationen ermöglichen es, ein vielschichtiges Bild der spezifischen Vorgänge, involvierten Institutionen und Personen (Fallschirmagenten, "V-Männer", Nachrichtenoffiziere) zu zeichnen. Dass es meistens mit einem "Versagen" derer endete, die sich als Exilanten oder Deserteure zu einem Einsatz in Nazideutschland bereit erklärten - oftmals ohne genaues Wissen

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