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Echt fett: Filme aus Österreich

Extra | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

Auch ohne eigene Programmschiene hat der österreichische Film heuer auf der Viennale ausreichend Platz. Neben Joerg Burgers grandiosem Porträt "In Wirklichkeit ist alles ganz anders - Der Filmemacher Wilhelm Gaube" ist eine weitere Hand voll interessanter Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme zu sehen, darunter das in Cannes vorgestellte Drama "Die fetten Jahre sind vorbei" (Regie: Hans Weingartner, co-produziert von der österreichischen coop99) und Hubert Saupers in Venedig preisgekrönter Globalisierungs-Essay "Darwin's Nightmare". Der gebürtige Vorarlberger erzählt darin am Beispiel einer ökologischen Mikrokatastrophe (die Überpopulation eines Speisefischs in afrikanischen Seen) ein spätmodernes Gleichnis über den Raubbau der Ersten an der Dritten Welt; produziert wurde "Darwin's Nightmare" ebenfalls von coop99. Aus der Werkstatt der Wiener Produktionsfirma Amour Fou sind heuer ausschließlich Kurzfilme zu sehen, nämlich "Die Josef-Trilogie" von Thomas Woschitz und "Preserving Cultural Traditions in a Period of Instability", eine dreiminütige Reflexion über den künstlerischen Wert digitaler Bilder. Die lohnendste Entdeckung in diesem Bereich ist Lotte Schreibers "I.E. [site 01 - isole eolie]", acht Minuten lang körnige, streng kadrierte Aufnahmen der äolischen Inseln, alternierend mit subjektiv gehaltenen Videoaufnahmen, die Schreiber selbst beim Gehen durch den Sand und über den Aschegrund der Vulkaninseln filmt. Eine sehr poetische, aber keinesfalls betuliche Arbeit, die zugleich Landschafts- wie Materialstudie ist.


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