Botschafter der Angst

MICHAEL LOEBENSTEIN | Extra | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

THRILLER Zweimal "The Manchurian Candidate": In Jonathan Demmes Remake des Paranoiafilmklassikers von 1962 liegt Manchuria nicht mehr in Rotchina, sondern im Herzen der Vereinigten Staaten. 

Schon im Ton hebt der Film programmatisch an: John Fogertys Sixties-Protestsong "Fortunate Son", in einer hektischen Version des Fugees-Gründers Wyclef Jean - die Klage des "einfachen, weißen Mannes" gegen jene, die "sich's richten" und Unschuldige in den (Vietnam-)Krieg schicken, interpretiert von einem afroamerikanischen Star. "The Manchurian Candidate", Jonathan Demmes Neuauflage des gleichnamigen Thrillers von John Frankenheimer, funktioniert, wie ein US-Kritiker treffend bemerkt hat, eher als "Coverversion" denn als Remake: Es geht dem Film weniger darum, eine gute Vorlage nochmal abzustauben und einen bewährten Plot wiederzuverwenden, als vielmehr darum, eine Befindlichkeit, ein gesellschaftliches Klima symbolisch zuzuspitzen. Und das funktioniert nun einmal am besten mittels ikonisch gewordener

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