In den Wind geschrieben

Extra | GERHARD MIDDING | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

HOMMAGE Betty Joan Perske hatte ihre Glanzzeit nie hinter, sonder immer vor sich. Besser bekannt ist der Ehrengast des heurigen Festivals als Lauren Bacall. 

Sie ist gleich mit ihrer ersten Kinorolle da. Freilich auf ganz andere Weise als Richard Widmark oder Warren Beatty, die ebenfalls augenblicklich mit ihrem Leinwanddebüt zum Star wurden; ohne Schonfrist oder Lehrzeit, ohne in stetig größer werdenden Nebenrollen aufgebaut zu werden. Ihr erster Auftritt war mithin eine hübsche Hochstapelei. Sie war ein argloses Fotomodell von kaum 19 Jahren, als Howard Hawks sie engagierte, um in "To Have and Have Not" (1944) eine erotisch erfahrene, ausgefuchste Abenteurerin zu verkörpern.

  Ihr Gang verriet zwar die Eleganz einer Tänzerin, aber am sichersten fühlte sie sich dennoch, wenn sie einfach nur, wie eine amerikanisierte Dietrich, an einem Türrahmen lehnen und Humphrey Bogart verruchte Blicke zuwerfen durfte. Ihr Kinn hatte sie dabei schüchtern gesenkt, um nicht vor lauter Nervosität


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