Sonntagfrüh von elf bis eins

Extra | AMOS VOGEL | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

DOKUMENT Mit ihrem Tribute an Cinema 16 (1947-63) erinnert die Viennale an eine wegweisende Institution auf dem Gebiet des unabhängigen nichtkommerziellen Films. Der Gründer und Leiter des legendären New Yorker Filmclubs, ein gebürtiger Wiener, erzählt seine Geschichte. 

Mein Vater war Rechtsanwalt in Wien, und meine Mutter hat mit Alfred Adler gearbeitet, dem Psychologen. Sie war eine Erzieherin und hat geholfen, die ersten Kindergärten zu eröffnen. Wir wohnten im neunten Bezirk. Ich wurde 1921 geboren und bin auch hier in die Schule gegangen, Piaristengymnasium. Aber keine Matura. Wegen Hitler. In der siebenten Klasse hat man uns hinausgeworfen und gesagt: Ihr könnt nicht mehr studieren, ihr seid Untermenschen und so weiter. Sie haben davon schon gehört.

  Ich war vom Anfang an politisch und sozial sehr engagiert; hoffentlich kann man das sagen auf Deutsch, engagiert. Meine Eltern waren beide in der Sozialistischen Partei, und ich hab mich sehr interessiert für die ganzen


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