Handeln mit Waffen

OLAF MÖLLER | Extra | aus FALTER 41/04 vom 06.10.2004

MEISTERWERK Wer wissen will, was Kino ist, wird in Arnaud Desplechins neuem Film alle Antworten finden. 

Besser spät als nie: Eigentlich hatte man Arnaud Desplechins "Léo - En jouant ,Dans la compagnie des hommes'" (2003) schon auf der letzten Viennale erwartet, nun kommt er halt heuer, gemeinsam mit Desplechins gerade erst in Venedig unverdientermaßen bei den Preisen ignorierten "Rois et Reine" (2004). Im Gegensatz zu Desplechins aktuellem Film, einem freskogleichen Versuch über das Wesen der Ambivalenz, ist seine Adaption von Edward Bonds "In the Company of Men" auf den ersten Blick vergleichsweise untypisch für sein Kino: Ein muskulös-kompaktes, etwas ausgefranst wirkendes Werk, in seiner Anlage längst nicht so komplex wie seine anderen Langfilme (und nur 121 Minuten kurz), inszenatorisch auch eher zurückgenommen, nicht so erfindungsreich, drängend, überbordend wie sonst, fixiert primär auf das Sichtbarmachen des Textes durch die Arbeit der Schauspieler, von denen allein

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