STANDPUNKT

Jürg Haidür

Politik | aus FALTER 42/04 vom 13.10.2004

Jörg Haider plädiert für einen EU-Beitritt der Türkei. In Wiens türkischen Medien schafft er es damit aufs Titelblatt. Viele Muslime bewundern ihn, "weil er es auch den Juden und Amerikanern reinsagt" (ein Brunnenmarktstandler). Auch so mancher Despot schätzte seine Erscheinung in Palästen und Wüstenzelten. Wie profil berichtet - und die FPÖ dementiert - soll Saddam ein paar Erdöl-Bezugsscheine herausgerückt haben. So viel Ehre und vielleicht auch Wählerstimmen für El Haider! Haben Türken und andere Muslime schon vergessen? Hier ein bisschen Archivmaterial: profil, 25. Jänner 1993: "Da gibt es türkische Eltern, die verlangten, das Kruzifix von der Klassenwand zu nehmen: Dafür haben wir nicht die Türkenkriege geführt!" Standard, 12. Oktober 1999: "Es ist schon so weit, dass jugoslawische Mütter ihre Kinder aus der Schule nehmen, weil zu viele Türken in der Klasse sitzen!" Nationalrat, 27. November 1998: "Eine Frau schreibt mir: Diese Woche war ein junges türkisches Ehepaar bei mir am Schalter. Sie werden es nicht, glauben: Die erhalten vom Staat monatlich 31.889 Schilling, und keiner von diesen geht arbeiten." Aus seinem Buch "Die Freiheit, die ich meine": Der "Islam ist unseren westlichen Werten entgegengesetzt." Standard, 9.10. 2004: "Das Heil nur in aggressiven Ausgrenzungsakten gegenüber Ausländern zu suchen ist keine Erfolgsgarantie." Wenigstens das stimmt. F. K.


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