TÜRKEI

Ein unmoralisches Angebot?

Politik | NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 42/04 vom 13.10.2004

Für den deutsch-französischen Europa-Abgeordneten Daniel Cohn-Bendit war es nur ein halbherziger Antrag: "Vielleicht glauben Sie an offene Beziehungen und nicht an die Ehe!", schimpfte der Grüne vergangene Woche die Skeptiker im EU-Parlament. "Aber die Türkei hat um Beitritt angesucht. Wir sollten den Nonsens mit den offenen Verhandlungen sofort stoppen!"

  45 Jahre nach ihrer ersten Bewerbung um eine Mitgliedschaft im europäischen Klub (damals noch EWR) legte Brüssel der Türkei am Mittwoch erstmals genaue Bedingungen für die Aufnahme von Gesprächen auf den Tisch. Zwar plädierte die EU-Kommission in ihrer offiziellen Empfehlung für Verhandlungen mit Ankara - doch die Auflagen für einen tatsächlichen Beitritt zur Union sind strenger als bei jedem anderen Mitglied zuvor. Romano Prodis Team hielt ausdrücklich fest, dass der Ausgang der Verhandlungen offen sei und nicht automatisch in einen Beitritt münde. Als Zweites stellte man den Türken rigide Schutzklauseln und Übergangsfristen


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