Kein Herz für Sklaven

Medien | STEFAN APFL | aus FALTER 42/04 vom 13.10.2004

KOLPORTEURE Zeitungsverkäufer arbeiten seit Jahrzehnten unter frühkapitalistischen Bedingungen. Oder sie verlassen das Land. Wird sich daran nie was ändern? 

Yami arbeitet bei jedem Wetter. Seine Ware ist immer aktuell, eine Verschnaufpause darf er sich nicht leisten. Je mehr er verkauft, desto größer ist sein Verdienst, also schiebt er an seinem Standort an einer Stadtausfahrt zwei Schichten täglich. Es ist verdammt hart, ein Zeitungskolporteur zu sein. Anonymisiert durch ihre bunten Jacken, mit der Aufschrift des einen oder anderen Printmediums, gehören sie seit Jahrzehnten zu Österreichs Städtebild. Ob auf Bahnhöfen, in U-Bahn-Stationen, Fußgängerzonen oder direkt auf der Straße, mitten im Verkehr - man begegnet ihnen beinahe überall.

  Die heimische Politik hat die rechtliche Stellung der Kolporteure bisher trotzdem nicht entscheidend verbessert. Interessenvertretung haben sie keine, Betriebsräte sind für sie nicht zuständig, und da die meisten von ihnen nicht wahlberechtigt


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