FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 42/04 vom 13.10.2004

Harald Schmidt ist Gott. Anke Engelke hatte kurzfristig Gottes Job geerbt. Alleine damit war die Frau schon gestraft. Jetzt ist sie an Gottes Vorgaben gescheitert, ihre quotenschwache Late-Night-Show wird eingestellt. Die Häme war ihr zum Abgang sicher: "Wie wenn eine lästige Biene endlich aus meinem geöffneten Fenster entkommt", kommentierte die Bild. Dabei war die Niederlage quasi von Anfang an vorgezeichnet. Engelke hatte den großen Fehler gemacht, sich zu wenig von Schmidts Vorgaben zu emanzipieren und ihr eigenes Ding zu machen. Klar hat sie mit unsicheren, quasseligen Interviews und schlechten Gags genervt. Trotzdem schade, dass jetzt wieder keine Frau im deutschen Sprachraum ein Late Night-Format hat. Warum beten immer nur grau melierte Herren hinter dicken Schreibtischen vorgeschriebene Wuchteln runter? Und auch wenn die Männer sich nicht gegen Engelke verschworen haben, wie jetzt manche deutsche Medienfrau vermutet - Warum haben die Sat.1-Typen damals eigentlich nicht auch Harald Schmidt nach einem halben Jahr abserviert? Da hatte Gott nämlich eine Scheißquote.


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