Kommentar

Der Jelinek-Effekt

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 42/04 vom 13.10.2004

Am Samstag, dem 9. Oktober, ist er mir - in Graz - endlich begegnet: der Taxifahrer. Politiker und Journalisten sollen ja dank regelmäßiger Kontakte mit ihm ihren halben Job bestreiten - von wegen Volkes Stimme -, in meiner Gegenwart aber pflegen die Burschen sich allenfalls ungläubig nach der "genaueren" Lage der genannten Adresse zu erkundigen. Mit der aber hatte der Grazer Taxifahrer überhaupt keine Schwierigkeiten, und so nutzte er die nicht zu knapp bemessene Fahrzeit, mir die Ohren voll zu quatschen. Nächstliegendes Thema: der Verkehr. In Graz war am Wochenende nämlich ordentlich was los - Messe, steirischer herbst und Marathon. Auf Höhe Stadtpark dann aber schien der Mann von seinen Auslassungen über die Gründe und Abgründe zähflüssigen Vorankommens kurzfristig erschöpft zu sein und wandte sich spontan einem anderen Thema zu.

"Die Jelinek!" Alle seien aus dem Häuschen vor Freude und Aufregung, erklärte der Mann. Da wollte der Taxifahrer allerdings nicht mitmachen. Er


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