NOBELPREISTRÄGERINNENINTERVIEW

"Es gab Leitungswasser zur Pizza"

Kultur | aus FALTER 42/04 vom 13.10.2004

Als sich am Donnerstag die Pforten der medialen Hölle unter der Elfriede Jelinek auftaten, erreichte der Falter die Autorin zuerst gar nicht, dann per Fax und schließlich doch noch am Telefon. Man einigte sich, das Interview nervenschonend und zeitsparend per E-Mail durchzuführen. Am Freitag Nachmittag langten die Antworten ein.

Falter: Nachdem Sie - hoffentlich - eine Nacht drüber geschlafen haben: In welchem Licht erscheint Ihnen die Nobelpreisverleihung heute? Mit welchen Gedanken sind Sie aufgewacht?

Elfriede Jelinek: Es ist einem überhaupt nicht klar, was das bedeutet. Es erscheint, in diffuses Licht getaucht, das Gespenst der Öffentlichkeit, und das ist das Schlimmste für mich. Es ist das Gefühl der Freude natürlich total da, natürlich auch Stolz, aber eben auch Angst. Bin mit dem Gedanken aufgewacht, wie ich in einer halben Stunde Englisch lernen soll, weil die BBC ein Interview mit mir machen will.

Was war Ihre allererste Reaktion?

Unglauben, Fassungslosigkeit, Duldungsstarre.


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