Wilder Mann, was nun?

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 42/04 vom 13.10.2004

THEATER Popstars über sechzig: Peter Handkes "Untertagblues" im Akademietheater, Wolfgang Bauers "Foyer" beim steirischen herbst. 

Es waren einmal zwei Grazer, die wollten die Literatur erobern. Ihre wilden ersten Theaterstücke wurden in den Sechzigerjahren in Deutschland uraufgeführt, staunend blickten die Nachbarn auf das Literaturwunder an der Mur. Peter Handkes "Publikumsbeschimpfung" (1966) ist zum geflügelten Wort geworden, und Wolfgang Bauer wurde seit "Magic Afternoon" (1968) als "Magic Wolfi" gefeiert. Auf den Bildern von damals wirken die langhaarigen jungen Dichter in ihren schicken Sakkos beinahe wie Popstars, und so fühlten sie sich wohl auch ein bisschen.

  Die Theaterbeatles von Graz gehen seit langem getrennte Wege. Der 61-jährige Handke, der aus Kärnten nach Graz gekommen war, lebt heute in der Nähe von Paris und ist ein Weltstar. Der 63-jährige Bauer blieb sein Leben lang in Graz und ist der local hero. Der Zufall hat die beiden so verschiedenen Graz-Künstler


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige