Heimat, fremde Heimat

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 42/04 vom 13.10.2004

VIENNALE Die nur zum Teil erhaltenen Filme des legendenumrankten Regisseurs und Anthropologen Paul Fejos (1897-1963) vereinen ethnografisches Interesse und symbolische Überhöhung auf wunderbare Weise. 

Es sind Geschichten vom Leben erschöpfter Menschen, die Paul Fejos in seinen Filmen erzählt. Selten versicherte er sich der Mitarbeit etablierter Stars; öfter geben Laien oder kaum bekannte Darsteller die Hauptrollen, wobei für die Handlung in der Regel bloß deren Vornamen relevant sind: Mary und Joe, Marie und Janos, Anna und Hans. Filmstars wie Conrad Veidt oder Heinrich George hingegen spielen Charaktere, die Spitznamen tragen: Erik den Großen oder Maschinengewehr-Butch. Damit wird die Fiktion kenntlich gemacht; jener Kompromiss des Genrekinos ans Theatralische, den Fejos in seinen besten Arbeiten aufgekündigt hat.

  Fejös Pal alias Paul Fejos, 1897 in Ungarn geboren, 1963 in den Vereinigten Staaten gestorben, ist ein Phantom der Filmgeschichte. Sein schmales, zwischen 1920


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