OHREN AUF! Maximal minimal

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 42/04 vom 13.10.2004

Neue Kicks braucht die elektronische Tanzmusik, und wie so oft finden sich diese in der Beschränkung auf minimale Mittel. Seit Richie Hawtins Plastikman-Projekt ist der deutsch-chilenische DJ und Produzent Ricardo Vilallobos das beste Beispiel dafür, wie man mit radikaler Reduktion fantastische Ergebnisse erzielen und nebenbei auch noch zum Popstar und Posterboy der Szene werden kann.

"Thé Au Harem d'Archimède" (Pelon/ Soul Seduction) hat er als gespenstisches Gegenstück zum letztjährigen, lebensfrohen Debütalbum "Alcachofa" angelegt. Diesmal reicht der Percussion-Meister dem Hörer einen verdächtig schmeckenden Tee, von dem er vorher offenbar selbst ausgiebig gekostet hat. Anders sind diese seltsamen Töne nicht zu erklären, die einen binnen Sekunden mit tiefster Psychedelik aus der Realität entführen. Selten waren in Zusammenhang mit Techno inflationär gebrauchte Begriffe wie "bewusstseinserweiternd" so angebracht wie angesichts dieser aus kaum mehr als Rhythmus und Bass bestehenden,


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