KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 42/04 vom 13.10.2004

Beim Betreten der Ausstellung von Josh Müller im Kunstbuero (bis 30.10.) wirkt der Raum fast leer. Der 1973 geborene Deutsche und Wahlwiener hat den "Inhalt" seiner Schau hinter weiß bemalten Holzbrettern in einer Ecke verborgen. Der einfache Verschlag erweist sich als eine Art Ministudio, der neben einem Schlafsack auch jede Menge Anschauungsmaterial birgt. Die verstreuten Entwürfe, Fotos, Modelle und Fotokopien des Künstlers offenbaren ein ausgeprägtes Interesse für elementare Bauformen. Überhaupt ziehen sich Verweise auf architekturtheoretische Debatten durch die so schlicht daherkommende Schau: hier eine historische Darstellung einer "Urhütte"; dort zwei Modelle, die an die Unterscheidung zwischen "dekoriertem Schuppen" und "Ente" in der bahnbrechenden Studie "Learning from Las Vegas" von Venturi/Brown erinnern. Die Sehnsucht nach Ursprünglichkeit spricht Müller anhand von historisch-kolonialistischen Reisebildern an. Jenseits dieser Bezüge illustriert Müller auch ein künstlerisches


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